Poesie                                                                 kurz gefasst


                        Gespräch mit dem Tod

 

Jahr für Jahre sind vergangen

Zeitensand durch Uhr gerannen

 

Angst zu sterben vor dem Leben

zittern meine Knie und beben

 

hetzend lief ich weiter, weiter

Du Tod mir auf den Fersen

wollte weiter

 

 

Jedes Korn im Sandbetrieb

wollte retten was noch blieb

 

All Dies halten

mich an etwas Festes halten

 

 

 

hetzte weinend, hetzte blind

Du Tod mir auf den Fersen

finstrer Schatten hinter mir

Bis ich stand und nicht mehr konnte

schaute tief in sein Gesicht

welches müde zu mir spricht:

 

Du Hauch des Lebens,

fließe mit dem Fluss des Seins

wollte stets Dir immer geben

kann nur nehmen was nicht Dein

 

Nehmen will ich um zu geben

All Dies, was Dein Herz beschwert

Fließe, fließe, Hauch des Lebens

Fließe in das Me h r hinein!

 

Und im trauernden Gesicht, glaubte ich,:             Er wollte stets nur halten mich!

                                 Viola Mondkind

Sie war aus dem Mond geboren. Weshalb? Weswegen?

Vielleicht war er einsam, der Mond, so ganz alleine. Doch letztendlich wird man vieles nur ahnen können, ihm Bedeutung geben, kann man, doch letztendlich wird sich der Grund dem menschlichen Geist entziehen, sich verbergen, wenn man bewusst nach ihm Ausschau hält.

Schließlich kann man nur mit Bestimmtheit sagen, dass es dieses Geschehnis gab.

Sie Schlüpfte aus einem großen blassen Ei, das sich durch ihr wWachsen, aus dem Mondschein gegraben hatte.

Und sie tanzte.

Sie tanzte so, wie ein Menschenkind, welches aus einem Ei geschlüpft war, wie jemand der nach langer Zeit, seiner Enge entkommen konnte.

Leider, oder vielleicht zum Glück, blieb auch dieser Tanz einem menschlichen Auge verborgen, denn es gibt eine Art Schönheit, von solch einer Intensität, die in einem Menschen Spuren hinterlässt,

Spuren, welche eine Sehnsucht wecken würde, die sich zu einem Verlangen gebären kann, indem eine Menschenseele nur verdursten kann.

So wie jeder Tanzt, der nicht gesehen wird, endet, so endete auch ihrer, auch wenn er ihr ewig schien.

Und schließlich begann sie zu weinen. Sie weinte und weinte, und schließlich weinte sie bitterlich.

Da srach der Mond zärtlich in ihr Herz: "Nehme dir dieSteine und male dir damit was immer dein Herz sich ersehnt."

Vielleicht hatte er ein weiches Herz, der Mond, tief im Inneren seines kalten Gesteins. Vielleicht. Letztendlich steht die Frage alleine, weswegen Menschen immer nach einem Grund suchen.

Also malte sie, so wie nie ein Mensch der Erde hätte malen können.

Und alles was sie malte erwachte zum Leben.

Nun war sie nicht mehr alleine.

Sie tanzten, sie spielten, sie lachten bis sie erschöpft an die Nacht blickten und dort die Sterne sahen. Am nächsten Tag tanzten sie wieder und spielten. Sie malten sich einen See und ruderten über ihn hinüber. Sie malten sich eine Tür ins Gestein, gingen hinein in einen versteckten Garten und spielten dort im Wald.

Erschöpft und trunken vom Rausch des Tages schliefen sie ein.

Am nächsten Tag fuhren sie Karussell. Sie drehten sich und drehten sich, rund herum im Kreis.

 

Da drehte der Esel, auf dem sie ritt, seinen Kopf und sagte leise: "Er hält dich gefangen. Er hält dich als seine Gefangene."

 

Wer, fragte sie sich, als sie am Abend einschliefen.

Am nächsten Tag fuhren sie wieder Karussell. Da sprach der Fuchs auf dem sie saß: "Der Mond, der Mond! Er benutzt dich, wegen seiner Einsamkeit. Du bist seine Gefangene."

 

Unruhe überfiel sie in jener Nacht. Mit geschlossenen Augen hörte sie noch den Papageien des Karussells rufen: "Gefangene, Gefangene!"

 

Und würde man einen Moment bestimmen wollen, war dieser es, der begann sie unglücklich zu machen.

Am nächsten Tag saß sie einsam auf dem Krokodil. Ihr war schwindelig und ihr wurde schlecht.

Das Krokodil sprach: "Du wirst hier einsam und traurig sterben, so oder so. Du hast keine Wahl. Stelle ihn zur Rede. Er wird dich töten, nun wo du ihm auf die Schliche gekommen bist. Sage ihm, was er dir angetan hat. Klage ihm dein Leid."

Da begann sie wieder zu weinen. Sie weinte so bitterlich, wie nie zuvor. Ihre Tränen stiegen hoch und das Herz sagte ihr, sie würde darin ertrinken, ginge sie nicht.

 

Und dann kam der Moment, wo sie zu ihm ging, zum Mond. Sie klagte ihm ihr Leid und weinte.

 

Der Mond nahm sie in den Arm und strich ihr zärtlich über den Kopf, und sprach in ihr Herz:

"All dies sind deine eigenen Empfindungen, Gedanken, und Gefühle.

Es birgt ein Geheimnis, so heilig, dass du es nur fühlen wagen brauchst."

Geborgen schlief sie ein.

 

Und am nächsten Tag, da flog sie davon, in Richtung Erde.

 

Und im Herzen, behielt sie ine Empfindung, die ihr sagte, dass er ein Herz hatte, der Mond.

Es gibt Geheimnisse, die der menschliche Geist nicht ergründen kann, denn wenn er versucht nach ihnen zu tauchen, dann entzieht sich der Grund ins Bodenlose, so wie sich der Himmel dehnt, wenn man sein Ende erfassen möchte.

                                Der Kugelmensch

Hin und wieder zeichnete ich inn meinem Leben eine Linie und ordnete auf beiden Seiten ein Gesicht an, Mann und Frau.

Wie ich auf diesen Einfall kam, kann ich im Nachhinein nicht sagen. Würde man mich fragen, würde ich antworten, dass ich dieses Motiv in mir fand. Vielleicht entsprang es einem Sehnen, nach Vollständigkeit.

Immer wieder kam ich an einen Punkt, wo ich mich auf eine mystische Art geborgen fühlte, wenn ich die Linien auf diese Weise anordnete.

Irgendwann, rein durch Zufall, sah eine Frau, eine meiner Zeichnungen, und erklärte mir, sie wolle mir unbedingt jemanden vorstellen.

 

Etwa ein Jahr verging, dann läutete es an meiner Türe und sie stand vor mir in Begleitung.

"Ich hoffe Sie erinnern! Darf ich ihnen einen Herrn vorstellen:, sein Name Platon."

 

Wir setzten uns zu dritt an einen kleinen Tisch und ich holte eine der Zeichnungen.

Eindringlich betrachtete er das kleine Stück Papier. Dann begann er mit klarer Stimme zu sprechen:

"Ich möchte ihnen nun die Legende des Kugelmenschen erzählen:

Vor langer Zeit, noch bevor die Götter hier auf Erden herrschten, noch bevor es gut noch böse gab, und hell und dunkel noch nicht waren, da war der Mensch nicht Mann noch Frau.

Er besaß einen Leib mit zwei Gesichtern und hatte Beine und Arme in alle Richtung. Er war vollkommen rund. Und deshalb war er sich selbst genug.

Er hatte sich, konnte sich drehen in alle Richtung, und war glücklich für sich allein.

 

 

Doch eines hatte er nicht.

Als die Götter Dies sahen, bekamen sie Bedenken. Sie überlegten, was zu tun sei mit den Gefahren, die Dies in sich birgt.

Und bald schmiedeten sie Pläne, um ohn zu vernichten und für immer auszulöschen.

 

Doch Zeus bekam einen Einfall:

Wir wollen ihn trennen, den Kugelmenschen, in zwei Hälften. Auf zwei Beinen soll er laufen, Weib und Mann soll er sein.

Er soll sich suchen, soll sich hassen, soll erbittert um sich kämpfen. Er darf es nie, hier auf der Erde, für sich selbst zufrieden sein."

Und so kam es.

Der Mensch tat suchen, tat sich hassen, tat erbittert um sich kämpfen. Er tat fluchen, tat sich suchen, bis er bitterlich erschrak. Baute Mauern, baute Gitter, bis er selbst gefangen saß.

Weinend fing er zu begreifen, dass er selbst gar nichts besaß, dass das Glück, das man ihm schenkte, nie für nichts zu haben war.

 

Jahr für Jahre, Tat für Tage, war er gezwungen hart zu lernen, bis zuletzt er für sich griff, dass es für sich selbst allein, es niemals gilt das Glücklichsein.

                      Denn für die Ewigkeit, ist nur die Liebe bestimmt.

                                      Die Eiche

 

 

 

Harter Hader, Einsamkeit

Frost und Kälte schaudern schwer,

hielt ich stand,

und kämpfte sehr

 

zerrte aus am ganzen Leib,

gab nicht her mein letztes Kleid,

wollte mich des Sterbens wehren,

bitter tat er an mir zehren

 

Bin gekommen um zu holen,

alle Hoffnung unverholen,

Jedes Blatt trag ich hinab,

bis ins tiefste Dunkelgrab

 

 

 

 

schaudernd und mit letzter Kraft

bat ich, nehm sie nun mir ab

und in dieser Gegenwart,

glaubte ich, was sterben hieß

 

 

Denn mit dem schönsten Fiebertraum

sah ich, Knospen wie sie sprießen

Es roch, die Luft so süß wie Wein,

der Schmerz starb mit ins Grab hinein

 

 

 

 

Da ertönten Engelsstimmen,

zart und zarter, lieblich fein,

mitten in mein Herz hinein,

Töne die mir etwas hießen

 

 

Aus Fellen gerb ich Winterkleid,

dem Mensch zum Trost in kalter Zeit.

Aus Leid will ich nun Freude machen,

aus Kummertränen wird ein Lachen.

 

 

 

 

 

Du trugst sie mir, in harter Zeit,

die Hoffnung, auch die Bitterkeit

Den Schmerz will ich zur Freude machen,

dir schenk ich Krone, auch ein Lachen


                                Eine traurige Geschichte