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Geschichten aus den Tiefen der Seele


Goldstückchen
Goldstückchen

Goldstückchen

 

Manchmal passiert es, dass einige im gleichen Moment genau das Gleiche träumen.

In einer kleinen Stadt geschah einmal so ein Moment des Zaubers, in welchem eine kleine Gruppe von Stadtbürgern nächtlich vom Mond träumend zu den Sternen blickte. Das Wunder glückte und entführte die Bürger nach oben. Die Reise führte sie auf einen winzig kleinen Stern. So das sie sich aneinander festhalten mussten, wenn sie nicht herunterfallen wollten.

Wie ein kleines Goldstückchen blinkte ihr Heimatplanet fern.

Bis spät in die Morgenstunden standen sie umarmt und bewunderten die Schönheit ihres kleinen Goldes.

Als die Nacht zu Ende ging erwachten sie, ein jeder in seinem Bett. Aber leider, wie zu oft, konnte sich auch dieses Mal keiner an einen Traum erinnern.

Und das alles habe ich euch erzählt, weil sich einmal in einer kleinen Stadt zwei trafen und sich auf Anhieb prima verstanden, als ob sie sich schon von Irgendwo kannten.


Vom Fliegen
Vom Fliegen

 

 Vom Fliegen

 

Wer weiß, wohin die Zeit uns treibt.

Wir können es nur raten.

 

Wer weiß, was uns das Leben schreibt.

Das kann uns keiner sagen.

 

Doch eins steht fest für alle Zeit:

Wir fliegen wohl getragen.


Riese
Riese

Der Riese

 

Es gab einmal einen sehr rücksichtsvollen kleinen Riesen.

Er sprach stets sehr leise,

damit keine Steinlawine ins rutschen kam,

und ja niemand von seinen Worten erschlagen wurde.

Und wenn es eng wurde, dann ging er stets auf Zehen,

damit er nichts zertrete.

Aber am liebsten hätte er geschrien,

so dass die Bäume zitterten,

und die Bergspitzen knackten.

Und dann hätte er ganz leise gesagt:

 

Entschuldigung.


Das Glück
Das Glück

 Das Glück streunt durch die Gassen

Das Glück streunt durch die Gassen,
Auf leisen Pfoten kommt es an.
Mann kann es sehr leicht übersehen,
Und deshalb leicht verpassen.

Das Glück sucht was zum Weilen,
Man kann ihm nicht nacheilen,
Doch wenn es möchte -
Wird es bleiben.

Doch Halten kann man´s nicht mit List.
Es weilt wenn es willkommen ist,
Es lässt sich ungern jagen,
Doch kann man´s wohl vertreiben.

Das Glück streunt durch die Gassen,
Und willst dus nicht verpassen,
So lad es zu dir ein
Und heiße es willkommen.


Frau Frühling
Frau Frühling

Frau Frühling heißt Marie

 

Frau Frühling heißt Marie.

Haare schneiden tut sie nie.

Und in ihren Lockenkronen,

Da tun lauter Vöglein wohnen.

 

 

Nur wenn der Schnee vom Himmel fällt,

Da ziehn sie aus, rund um die Welt.

Und die Marie legt sich zur Ruh

Und schließt beide Äuglein zu.

 

 

Und in der Früh da zwitscherts dann,

Und alle Vöglein kommen an.

Marie schlägt ihre Äuglein auf,

Und das Jahr nimmt seinen Lauf.

 


Sonne und Mond
Sonne und Mond

Sonne und Mond

Nacht und Tag vertragen sich nicht,
Denn Schatten weicht dem hellen Licht.

Sonne und Mond, so sehen sie sich kaum,
Denn Sonne hütet das Leben und der Mond den Traum.

Doch wenn es abends dämmert und morgens graut,
Liegen sie vereint und vertraut.

Sie flüstern sich Dinge von Tag und von Nacht,
Bis jeder für sich wieder alleine wacht.


Leichtigkeit
Leichtigkeit

 

 Die Leichtigkeit des Seins

 

In manchen Momenten

beginnt man zu schweben,

Die Zeit steht still,

ja das ganze Leben.

 

Man schwebt und lebt,

und muss nichts fassen,

denn alles stimmt.

Das Leben tut passen!

 


Der Mondmann
Der Mondmann

Der Mondmann

In einer klaren Nacht
Sehen wir ihn in seiner Pracht,
In seinem gut geschmücktem Kleid,
Aus tiefstverdrängter Traurigkeit.

Stolz reitet er über kaltes Gestein,
Zart flüstert der Wind sein Wein,
Prächtig geschmückt, die Kutsche, der Hut,
Eitelkeit, die steht ihm gut.

Stolz trabt er über seinen Palast,
Unruhig findet sein Herz keine Rast.
Er kennt keinen Schmerz, kein Mitgefühl,
Sein Herz ist nicht warm, es bleibt so kühl.

Stolz fährt die Kutsche durch die Nacht,
Leise flüstert der Wind ganz sacht:
Wein, wein, mein verletztes Kind!
Doch der Mondmann, er bleibt so blind.

Stolz galoppiert er über sein Reich,

Sein Herz bleibt hart, es wird nicht weich.

Leise flehend redet der Wind.
Weine doch du verletztes Kind!


Anders Reisen
Anders Reisen

 Anders Reisen

 

Nehm mich mit auf deine Reise,

Zeig mir deine eigne Welt.

 

Hier bei mir ist es ganz leise,

Weil mir manches nicht gefällt.

 

Wenn du müde bist -

Ruh dich aus,

Dann trag ich dich weiter,

Ins Weite hinaus.


Perlen
Perlen

 

 

 Perlen bohrt man um zu binden

 

Warum tragen wir solch eine Last?

Warum bohrt man in Perlen Löcher hinein?

Warum hören Flüsse auf zu sein?

Münden sie nicht inn Meere ein?

 

An einem Tag, da werden wir erkennen:

Wir sind geboren um eins zu sein!

Und wenn auch wir uns hier nicht finden,

bedenke - Perlen bohrt man um zu binden!


Sonnenmann
Sonnenmann

 

Der Sonnenmann

 

Es kam einmal die Sonne angeflogen - ungelogen,

Und einen tat sie einfach müssen -

lieben, umarmen - und küssen.

 

Und mit einem kleinen Schmerz,

Drang Licht tief in sein Menschenherz.

Und immer wenn er nun sah ein Wesen,

Tat er sie müssen -

lieben umarmen - und küssen.

 

Einer sagte, ohne jeden Verstand,

Hat er geküsst mich auf die Hand,

Ein anderer, er sei von einem anderen Stern,

Jeden den er sieht, den hat er gern.

 

Und nach einer Weile dann,

Nannten sie ihn Sonnenmann.

Und immer tat er einfach müssen -

lieben, umarmen - und küssen.


Die Blaurote Stange
Die Blaurote Stange

Die Blaurote Stange

 

Es war einmal eine kleine, traurige Tänzerin. Sie tanzte den ganzen Tag, weil sie traurig war. Und wenn sie nicht tanzte, stieg sie aufs Dach. Und kletterte auf die Blaurote Stange. Und tanzte.

 

Und einmal war ein kleiner Clown traurig, Weil er keinen Zirkus mehr hatte, denn keiner lachte. So zog der Clown in ein leeres Haus. Er guckte sich alles an und war traurig, weil keiner hier war, Der mit ihm hätte lachen können.

 

Da entdeckte er eines abends eine Blaurote Stange, auf der gerade eine Tänzerin tanzte. Als sie ihn sah, lächelte sie still, und der Clown verbeugte sich grazil. Dann standen sie auf der Blauroten Stange. Sie hätten sich gern die Hand gegeben, aber sie trauten sich nicht. So standen sie still die ganze Nacht.

 

Es war einmal eine kleine Tänzerin. Sie tanzte den ganzen Tag. Und wenn sie nicht tanzte, stieg sie aufs Dach, und kletterte auf die Blaurote Stange.

 

Dort stehen sie stumm im Mondenschein, so stumm, dass sie die Falterflügel durch die Lüfte schlagen hören, und sind glücklich die ganze Nacht.


Fünf chinesische Falter
Fünf chinesische Falter

Fünf chinesische Falter

 

Es tanzten einst über einer Sommerwiese,

Fünf chinesische Falter,

In einer lauen Windesbrise,

 

Bis ein kleiner Luftstoß sie fort nahm auf eine lange Reise.

Bis in ein fernes Land,

Wo sie sich gläsern erstarrt zur Erde legten.

Bis eine kleine Kinderhand,

Sie freudig behütet in die Obhut barg.

 

Es trugen einst fünf Kinder,

Fünf chinesische Falter,

Durch einen eis´gen Winter.

 

Und wenn sich Nachts die Kälte zu den Kindern schleicht,

Und der Frost ihnen zärtlich die Füße küsst,

 

Dann liegen in einer Kiste aus Holz,

Fünf chinesische Falter,

Des Kinders ganzer Stolz.

 

Und wenn sich Nachts die Kälte zu den Kindern schleicht,

Und der Frost ihnen zärtlich über die Füße streicht.

 

Dann fliegen,

Fünf chinesische Falter,

Zu den Kindern in den Traum.

 

Es tanzen über eine Sommerwiese,

Fünf paar warme Kinderfüße.

 

Und in einer Kiste aus Holz, da liegen -

Fünf chinesische Falter,

Welche nächtlich fliegen.